Veranstaltungen

Aktuelle Seite: HomeWir über unsSchutzpatron

Schutzpatron der Bruderschaften

Der heilige St. Sebastian

Ein Schutzpatron (lat. pater, „Vater“) ist nach christlichem Verständnis ein Heiliger, mit dem man einen lokalen oder spezifischen Wirkungskreis verbindet. Seinem Schutz unterstellt man ein bestimmtes Objekt oder einen bestimmten Bereich, Beruf, Tätigkeit usw.

Ein besonderer Fall ist hierbei der Erzengel Michael, der kein Heiliger ist, aber in der Verehrung bis zu den Kreuzzügen beliebt war und auch als Schutzpatron fungiert. Der heilige Sebastian war schon immer ein beliebter Heiliger. Sebastian ist der Schutzheilige gegen die Pest, da man seiner Fürbitte das schnelle Erlöschen der Pest 680 in Rom zusprach. Sebastian ist Patron der Sterbenden, Eisenhändler, Töpfer, Gärtner, Gerber, Bürstenbinder, Stadt-/Gemeindepolizisten (D) und (I), Schützenbruderschaften, Soldaten, Kriegsinvaliden, Büchsenmacher, Eisen- und Zinngießer, Steinmetze, Leichenträger und Brunnen; gegen Pest und Seuchen.

Sebastian

Gedenktag katholisch: 20. Januar
Name bedeutet: der Verehrung Würdige (griech. - latein.)

Sebastian-Grab

Sebastian war nach dem Zeugnis des Ambrosius Mailänder, möglicherweise aber auch in Narbonne geboren, so eine Legende im Umfeld eines Sebastiangrabes in Rom. Danach war er zur Zeit von Papst Gaius Hauptmann der Prätorianergarde am kaiserlichen Hof Diokletians. Er verheimlichte am Hof seinen christlichen Glauben, aber seine Stellung erlaubte ihm, seinen christlichen Glaubensgenossen in den Gefängnissen Roms beizustehen, ihnen Mut zuzusprechen und immer weitere Römer zu bekehren. Er wirkte Wunder, bekehrte
auch römische Adlige und sorgte für die Bestattung der Märtyrer.

Der Legende nach ließ der römische Kaiser Diokletian, als er von Sebastians Glauben erfuhr, ihn an einen Baum binden und von numidischen Bogenschützen erschießen. Er wurde für tot gehalten und am Hinrichtungsort liegen gelassen; aber er war von den Pfeilen nicht getötet worden. Die Witwe des Märtyrers Castulus namens == Irene nahm sich seiner an und pflegte seine Wunden. Als er sich wieder erholt hatte, trat er dem erstaunten Kaiser öffentlich entgegen, um ihm die grausame Sinnlosigkeit seiner Verfolgungen vorzuhalten. Diokletian ließ ihn daraufhin im Hippodrom des Palatin in Rom zu Tode peitschen und die Leiche in die "cloaca maxima", die große Kloake, werfen. Sebastian erschien dann der Christin Lucina im Traum und wies ihr den Ort; sie holte den Leichnam heraus und bestattete ihn im Coemeterium an der Via Appia unter der heutigen Kirche San Sebastiano ad Catacumbas.

Das Martyrium von Sebastian in Rom wurde erstmals 354 bezeugt, als Bestattungsort das Coemeterium "in Catacumbas" an der Via Appia genannt. Im 4. Jahrhundert wurde bei diesem Friedhof die Apostelkirche errichtet; diese gehörte zu den sieben frühchristlichen Pilgerkirchen Roms; im 9. Jahrhundert wurde sie in Basilica S. Sebastiano ad Catacumbas umbenannt. Die Legende beruht auf der Leidensgeschichte Sebastians, die den Charakter eines epischen Romans und nur geringen historischen Wert hat; sie fasst verschiedene römische Märtyrergeschichten in einer Handlung zusammen. Gelegentlich wird sie Ambrosius zugeschrieben, tatsächlich stammt sie aus dem 5. Jahrhundert.

Eine Pestepidemie sei in Pavia im Jahr 680 erloschen, nachdem man seine Reliquien hierher brachte und durch die Straßen trug; weitere Reliquien sollen in Hagenau im Elsass, in Soissons sowie in anderen Orten Italiens und Europas sein. "Sebastianspfeile" trug man früher als Schutz gegen die Pest. Das erste Martyrium des heiligen Sebastian wurde zum beliebten Thema in der Kunst der Renaissance, der unbekleidet am Baum stehende Märtyrer beliebtes Thema der Aktmalerei. Seit dem Mittelalter ist das Trinken des ersten neuen Weines an diesem Tag üblich, dieser Wein wird als "Sebastians-Pfeil" bezeichnet. Sein Aussehen nach der Marter mit so vielen Pfeilen machte ihn zum Patron der Bürstenmacher.

 

Sebastian3Sankt Sebastian

Wie ein Liegender so steht er; ganz
hingehalten von dem großen Willen.
Weitentrückt wie Mütter, wenn sie stillen,
und in sich gebunden wie ein Kranz.

Und die Pfeile kommen: jetzt und jetzt
und als sprängen sie aus seinen Lenden,
eisern bebend mit den freien Enden.
Doch er lächelt dunkel, unverletzt.

Einmal nur wird seine Trauer groß,
und die Augen liegen schmerzlich bloß,
bis sie etwas leugnen, wie Geringes,
und als liessen sie verächtlich los
die Vernichter eines schönen Dinges.

Rainer Maria Rilke: Neue Gedichte
Winter 1905/06, Meudon

 

 

Zum Seitenanfang