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Historisches

Der Ursprung des Schützenwesens lässt sich auf das Ende des 13. Jahrhunderts datieren und sich zunächst in die flandrisch-rheinisch-westfälische Region verorten. Das Aufkommen erster Schützengilden ist in aufblühenden Städten Flanderns als Vereinigung von Bogen- und Armbrustschützen in Statuten dokumentiert und die erste westfälische Schützengilde lässt sich im Jahr 1378 in der Stadt Dortmund nachweisen.

Die Herausbildung des Schützenwesens fällt zeitlich mit einem urbanen Wandel in den jeweiligen Regionen zusammen, der sich mit den Autonomiebestreben der Städte von den Feudalherren benennen lässt. Somit ist die Entstehung des Schützentums eng mit der städtischen Entwicklung des 13. und 14. Jahrhunderts verknüpft.

Die Verteidigung der Stadt war dem damaligen Bürgerrecht zugehörig und oblag den männlichen Waffenträgern die sich in einzelnen Bürgerwehren nach Stadteilen organisierten. Diese Bürgerpflicht zeigt auf, dass der Schutz der Stadt bereits organisiert war und es dafür nicht eigens der Gründung einer Schützengilde als Schutzgemeinschaft bedurfte. Vielmehr wird sowohl hierin als auch in der sprachwissenschaftlichen Analyse des Wortes „Schütze“ deutlich, dass die Schießbewaffnung und -tätigkeit den Schützen ihre Begriffs- und Bedeutungszuschreibung gab. Die Schützen sind in dieser Zeit also als „eine kleine geschulte Eliteeinheit der Bürgerwehr“ (SAUERMANN 1983: 10) zu verstehen, zu deren pri-mären Aufgaben einerseits die Schießausbildung und -übung in Friedenszeiten, anderseits der Wach-dienst und die Stadtverteidigung in Kriegs- und Gefahrenzeiten zählten.

Ein weiteres wichtiges Merkmal der Schützengilden des Spätmittelalters waren ferner ihre Festaktivitäten, die sich unter anderem als Wettbewerbsveranstaltungen an eine Schießübung innerhalb einer Gesellschaft anschlossen oder aber als regionale Preisschießen zum Ausdruck kamen, bei denen sich die Schützengemeinschaften gegenseitig einluden. Zumeist wurde dabei der beste Schütze ermittelt, der daraufhin eine Auszeichnung bzw. einen Preis erhielt. Aus dieser Tradition leitet sich das heutige Vogelschießen und Schützenfest ab.

Das Schützenwesen war im Verlauf der Jahrhunderte immer wieder tiefgreifenden Zäsuren ausgesetzt und reagierte permanent auf gesellschaftliche Veränderung und politische Rahmenbedingungen. Somit hat das bis heute existierende westfälische Schützentum vom 13. bis 21. Jahrhundert einen kontinuierlichen Wandel durchlaufen, wobei dieser Veränderungs- und Anpassungsprozess zu einer enormen Ausdifferenzierung der Kulturform geführt hat, welche die heutige Vielfältigkeit des Brauchtums erklärt.

Die zurückliegende Dynamik der Jahrhunderte, die tiefgreifenden und einflussreichsten Entwicklungsprozesse
die für die Bestimmung des heutigen Schützenwesens große Relevanz haben, sind im untenstehenden

 

Schaubild zusammenfassend dargestellt.

(Auszüge aus: LEINEWEBER, Jonas: Das westfälische Schützenwesen als immaterielles Kulturerbe. Universität Paderborn 2017.)

Erste urkundliche Erwähnung findet die Schwaneyer Bruderschaft im Jahre 1733 im "Brüchtenregister des Schwaneyer Amtgerichtes".

Im Jahre 1836 wurde die Bruderschaft in ihrer heutigen Form neu begründet und wird als "St. Sebastian – Schützenbruderschaft 1733 Schwaney e.V." im Vereinsregister Paderborn geführt. Die Bruderschaft hat im Jahre 1921 eine eigene Halle gebaut, die 1965 neu errichtet und 1992 erheblich ausgebaut und erweitert wurde. Im Jahre 1969 gründeten sich West- und Ostkompanie. Als Trennlinie für Mitglieder wurde zunächst die Dorfmitte (Kirche) gewählt. Dieses Dogma gilt aber nicht mehr, sodass heute jeder dort eintritt, wo seine Freunde und Bekannte marschieren. 1983 fand ein Jubelfest zum 250 jährigen Bestehen  statt - im Jahr 2008 folgte das 275 jährige Jubiläum. Zu beiden Veranstaltungen waren jeweils mehr als 1000 auswärtige Schützen und Musikanten zu Gast im Eggedorf. 2008 konnten sogar die höchsten Repräsentanten des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften - Hochmeister Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein und Weihbischof Dr. Heiner Koch - vom damaligen Oberst Horst Otten begrüßt werden.

Als Gründungsjahr für unsere Jungschützen und der Schießsportabteilung notieren wir 1987. Beide Gruppen haben sich als feste Säulen unserer Bruderschaft etabliert. Bei ihrem 25jährigen Festakt im Pfarrheim (2012) besuchte uns der neu gewählte Hochmeister Dr. Emanuel Prinz zu Salm Salm. Gleichzeitig fand an diesem Tag der Bezirksjungschützentag mit mehr als 500 Teilnehmern in der Halle statt. Im Jahr 2010 musste aufgrund des Hochwasserschutzkonzeptes ein neuer Schießstand errichtet werden. Diese Gelegenheit wurde genutzt, um mit einem neu angelegten Schießplatz auch den Dorfeingang aus Richtung Paderborn optisch aufzuwerten.

Nach 1990 und 2000 findet im Jahr 2013 der dritte Bezirksverbandstag "Paderborn Land" in Schwaney statt.

 

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